Recruiting auf Geschäftsführungsebene wird im Mittelstand häufig unterschätzt. Lebenslauf prüfen, Gespräch führen, Eindruck bewerten. Was dabei übersehen wird: Ein Lebenslauf zeigt, was jemand gemacht hat. Nicht, wie jemand denkt, entscheidet und führt. Genau diese Lücke wollte Gabriela Jaecker schließen. Was als persönliche Frage begann, wurde zur Methode.
Ein Satz, der alles verändert hat
Vor rund 15 Jahren gründete ich die Gabriela Jaecker GmbH – heute CleverMatch Personal- und Nachfolgeberatung. Den Anstoß gab ein Satz, den ich in einem Artikel von Prof. Dr. Peter May las:
„50 Prozent aller Fremdgeschäftsführer scheitern in Familienunternehmen.“
Dieser Satz ließ mich nicht mehr los. Als Betriebswirtin und Quereinsteigerin hatte ich damals bereits erste Geschäftsführer besetzt. Manche waren erfolgreich. Andere nicht. Und ich wusste noch nicht präzise genug, warum. Also begann ich, systematisch zu fragen: Was unterscheidet eine erfolgreiche Besetzung von einer gescheiterten? Liegt es an der Erfahrung? An der Persönlichkeit? An der Unternehmenskultur? Die ehrliche Antwort: Ja und gleichzeitig nein. Denn entscheidend ist nicht einer dieser Faktoren isoliert, sondern die Passung zwischen Mensch, Rolle und unternehmerischem System. Und genau diese Passung lässt sich weder aus einem Lebenslauf noch in klassischen Interviews zuverlässig erkennen. In diesem Moment wurde mir klar: Personalberatung braucht eine andere Grundlage.
Vom Bauchgefühl zur Methode
Gemeinsam mit der Wirtschaftspsychologin Martina Rosa habe ich einen neuen Ansatz entwickelt: Ein Kompetenzmodell, das nicht beschreibt, was jemand gemacht hat – sondern wie jemand denkt, entscheidet und führt. Heute prüfen wir bei jeder Besetzung systematisch drei Ebenen:
1. Kann jemand das Geschäft führen?
Unternehmerische und strategische Kompetenzen
2. Kann jemand Menschen führen?
Führung, Kommunikation und Konfliktfähigkeit
3. Kann jemand sich selbst führen?
Motivation, Reflexion, Belastbarkeit und Veränderungsfähigkeit
Erst wenn diese drei Ebenen zusammenpassen, entsteht echte Passung. Denn genau daran scheitern Geschäftsführer im Mittelstand – nicht an Fachwissen, sondern an Verhalten im System.
Was daraus entstanden ist
Die ursprüngliche Frage von Prof. Dr. Peter May begleitet mich bis heute. Und wir messen uns konsequent an der Antwort: Über 90 % der von uns begleiteten Geschäftsführer sind auch nach zwei Jahren noch erfolgreich im Amt. Nicht, weil wir bessere Lebensläufe finden. Sondern weil wir bessere Entscheidungen treffen. Das ist kein Marketingversprechen. Das ist der Maßstab unserer Arbeit.
Warum der Artikel es auf den Punkt bringt
Wir konzentrieren uns bewusst auf mittelständische Unternehmen und Familienunternehmen. Dort ist Geschäftsführung keine austauschbare Managementfunktion. Sie ist Teil der Identität. Recruiting auf Geschäftsführungsebene ist für uns keine Besetzung. Es ist eine Weichenstellung für Richtung und Stabilität.
Wer Geschäftsführung besetzt, entscheidet über Richtung und Stabilität eines Unternehmens. Wenn Sie diese Entscheidung nicht dem Zufall überlassen möchten, sondern strukturiert und mit methodischer Tiefe treffen wollen, führen wir gerne einen strategischen Austausch.